Ausstellung verfolgte Christen weltweit

Am Sonntag, den 24. März wurde die Ausstellung verfolgte Christen weltweit von KIRCHE IN NOT in der St. Norbert – Kirche in Friedland eröffnet. In einem Kurzvortrag stellte Stefan Stein, der Referent für Öffentlichkeitsarbeit von KIRCHE IN NOT, nach der Hl. Messe 6 der 13 Brennpunktländer vor, die in der Ausstellung zu sehen sind. In Nigeria, Ägypten, dem Irak und Syrien leiden die Christen vor allen Dingen unter den Repressalien, die von einer islamisch geprägten Gesellschaft ausgehen. Seit dem Ausbruch des arabischen Frühlings hat sich die Situation für die Christen dramatisch verschlechtert, was vor allem dem Wüten des IS Terrors geschuldet ist. Zum Gottesdienst versammelte Christen fallen Bombenattentaten zum Opfer und müssen bei der öffentlichen Ausübung ihres Glaubens zum Teil um Leib und Leben fürchten. Sogar in einem südosteuropäischen Land, wie Bosnien - Herzegowina, welches gar nicht so weit von uns entfernt ist, werden Christen massiv in der Ausübung ihres Glaubens behindert. Die Situation der Christen in China und Vietnam ist erschwert durch das diktatorisch – kommunistische Regime dieser Staaten. Bestehende christliche Gemeinschaften werden streng vom Staat überwacht und eine freie Glaubensausübung ist kaum möglich. Stefan Stein stellt in seinem Vortrag heraus, dass eine Unterstützung der Christen dort vor Ort wichtig ist. Bischöfe der betreffenden Regionen wenden sich mit konkreten Anfragen an KIRCHE IN NOT und werden beim Aufbau zerstörter Kirchen oder der Ausbildung junger Priester und Ordensleute unterstützt. Die Hilfe, die gewährt wird, soll in erster Linie den Kirchen in den betroffenen Regionen die Möglichkeit geben, ihren pastoralen und caritativen Aufgaben nachzukommen. KICHE IN NOT kann diese Unterstützung nur aufgrund von Spenden gewährleisten und wirkt in 140 Ländern der Erde. Wir wollten an diesem Eröffnungstag die großartige Arbeit der Organisation unterstützen und im Rahmen einer Türkollekte sind 276,00 Euro zusammengekommen. Vielen Dank an die großzügigen Spender! Am 01.April besuchte uns Bischof Anba Damian in St. Norbert, das Oberhaupt der koptischen Christen in Deutschland. Gemeinsam beteten wir eine Kreuzwegandacht für die verfolgte Kirche. Kaum eine christliche Glaubensgemeinschaft ist so massiv Verfolgung und Gewalt ausgesetzt, wie die koptische Kirche. Deswegen war es sehr berührend, gemeinsam mit dem Bischof diese Andacht zu beten. In den Betrachtungen an den 14 Stationen des Kreuzweges fühlten wir uns unseren Glaubensgeschwistern besonders nahe. Vielen Dank an alle Besucher für das gemeinsame Gebet!

Besonders erfreulich war es, dass auch einige evangelische Christen mit uns gebetet haben. Michael Recke hat diese Andacht in Anlehnung an Texte von KIRCHE IN NOT für uns gestaltet und durch diesen Abend geführt.

Im Anschluss an die Kreuzwegandacht berichtete uns der Bischof von der aktuellen Situation der koptischen Christen in Ägypten. Die ägyptische Regierung versucht zur Zeit, durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen den Medien zu suggerieren, dass sich die Lage der Christen im Land verbessern würde. Zum Beispiel wird der Bau neuer Kirchen erlaubt und gefördert. Der Bischof hat seine Dankbarkeit darüber zum Ausdruck gebracht. Leider kommt es aber weiterhin immer wieder zu Übergriffen und Attentaten auf Christen durch Muslime. Christen sind in der ägyptischen Gesellschaft in vielen Bereichen benachteiligt nur aufgrund ihres Glaubens. Auf die Frage, woher denn der Hass auf die Christen käme, antwortete der Bischof, dass junge Muslime durch die Hasspredigten der Imame indoktriniert würden. Der Weg zu einem friedlichen Miteinander zwischen Muslimen und Christen ist in Ägypten noch sehr weit.

Der Abend endete mit einem gemeinsamen Fürbittgebet um ein friedliches Miteinander der Religionen und dem Segen des Bischofs auf Arabisch und dem Segen Pfarrer Vetters auf Deutsch.

Auch an diesem Abend konnten wir uns im Rahmen einer Kollekte über 263,40 Euro für unsere syrische Partnergemeinde in Homs freuen.

In der Ausstellung, die noch bis zum 05. Mai in St. Norbert zu sehen sein wird, können Sie sich über weitere Brennpunktländer der Christenverfolgung informieren.

Drei Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung erwarten sie noch:

24. April, 19.00 Uhr: Vortrag von Alexander – Kenneth Nagel (Religionswissenschaftler) Zusammenhang zwischen religiösen Veränderungen in Gesellschaften und Migration im Museum Friedland.

29. April, 19.00 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Martin Tamcke, „Auferstehen aus Ruinen oder Überleben in der Ferne“ - die Zukunft der syrischen Christen in der St. Norbert – Kirche.

Besonders am Herzen liegt uns die Abschlussveranstaltung dieser Ausstellung! Sie sind alle willkommen zum Benefizessen zugunsten unserer syrischen Partnergemeinde in Homs! Gegen eine Mindestspende von 15,00 Euro können Sie sich von syrischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen.

Wann: Sonntag, 05. Mai, 11.45 Uhr
Wo : im Pfarrheim St. Norbert in Friedland

Helfen Sie uns, ein Zeichen zu setzen!
Auch die Sparkasse Göttingen unterstützt uns mit 250,00 Euro.
Für die Syriengruppe Maria Frieden, B. Spata